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Full text of "Einladung fur die Wintersaison 1909/1910."

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1909/1910. 
Cottage-Eislauf-Uerein 



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in UJien. 



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Cotfage-€islauf-Verein 
s§ ss in Wien °s §s 

° ° a eigener Sportplatj mit Vereinshaus ° o o 

XIX/i, Hasenauerstra^e 2 — 4 

oooaaaona Telephon 15251 nooaoaaaa 



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Zwei Cislaufplä^e im Gesamtausmafje oon 5200 m 2 , elektrische 

€ffektbeleuchtung. 
Haltestelle der elektrischen Straßenbahnlinie Börseplatj— Türken- 

schanzpark. 
Restauration, komfortable Garderoben, Zuseherraum. 
Geöffnet oon 8 Uhr früh bis l j 2 9 Uhr abends, 
ßureaustunden oon 4-7 Uhr nachmittags. 



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aaa Einladung dgg 

für die Wintersaison 1909/1910. 



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Ortginalaufnabmen von V. Bresmk, 

o o o Sekretär des 0ottage--6islauf=Uereines. o o o 
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Kunstläuferin. 



P. T. 



Her Gislaufsport erfreute sieb im Übergangenen, aus- 
nehmend günstig verlaufenen (Ointer einer wesentlich 
regeren Beteiligung, welche bei uns in einer 32per^entigen 
Steigerung derHn^ahl derSaison teilnehm er zum Husdrucke 
kam. Diese beträchtliche Zunahme gewinnt an Bedeutung 
noch wesentlich dadurch, daß schon der vorletzte hinter, 
welcher im allgemeinen wenig günstig war, eine solche 
von 3i Petent aufzuweisen hatte. SIenngleich die im 
letzten dlinter eingetretene Steigerung pm großen Celle 
nur auf den aufjergewöbnlich frühen Beginn der Saison 
Zurückzuführen sein dürfte — wir verzeichneten schon 
am 7. Dovember 1908 den ersten Scbletftag — so scheint 
das gleichmäf3ige undbeträchtlicheHn wachsen der Besucher- 
anzabl doch auch auf eine sehr erfreuliche Zunahme des 
allgemeinen Jnteresses für unseren Sport hinzudeuten. 
Von der vollen Würdigung des Körpersportes und 
seines Ginflusses auf die heranwachsende Jugend ist 
man jedoch bei uns leider noch immer weit entfernt, 
häufig hört man, dafj die Jugend für Sport keine Zeit 




Sonntag-TTCorgen. 



habe, denn sie müsse nicht nur den Anforderungen der 
Schule 6enüge leisten, sondern sei ja außerdem noch 
von mancherlei Privatstunden in Hnspruch genommen. 
6ewiß alle Gltern wollen das Beste ihrer Kinder 
und sind ju den größten Opfern bereit, um deren Zukunft 
%\x sichern, flöögen sie in diesem Streben und Sorgen 
nie übersehen, dafj das Ziel jeder vorausblickenden und 
auf das (Sdobl der Dachkommen bedachten Belebung in 

der Heran- 
bildung 
eines gesun- 
den Geistes 
in einem ge- 
sunden Kör- 
per liegen 
mußunddaß 
geistige 
Vollkraft 
und Gnergie 
nur in einem 

gesunden 

und wider- 

stands- 

Das Ucreinsbaus von der ßymnasiumstraße aus. 





Spritzen des Platzes. 

fähigen Körper wohnen können. Die 6rstarkung und 
Kräftigung des jugendlichen Körpers läßt sich jedoch 
nicht, wie manche ^u glauben scheinen, durch reichliche 
Dahrungs^ufuhr und Schonung erzielen; die körperlichen 
Kräfte bedürfen vielmehr ^u ihrer 6ntwtcklung ebenso 
der Gr^iehung und Pflege wie die geistigen. 

(Hie sehr die bei uns leider auch jet^t noch vor- 
herrschende Vernachlässigung 
der körperlichen Belebung alle, 
besonders aber die geistig höber 
stehenden Schichten der Be- 
völkerung schädigt, ^eigt uns 
die Statistik, nach welcher von 
der männlichen Landbevölke- 
rung 60 Prozent, vom Hrbeiter- 
stande 50 Prozent, vom 
Fjandelsstande 40 Prozent und 
von jungen flßännern mit 
höherer Schulbildung kaum 
30 Prozent kriegsdiensttaug- 
lich befunden wurden. 

6s ist daher kein leeres 
Schlagwort der Sportpropa- erster uer$u*. 




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Rodclfabrt im £ottage. 



ganda, sondern eine begründete und von maßgebendster 
Seite wiederholt anerkannte und betonte Forderung 
unserer Zeit, die wir allen, gan^ besonders aber den 

p. C. eitern 
und Jugend- 
bildnern bie- 
mit ans Fjer$ 
legen möch- 
ten: ]Mebr 
Körper- 
erziehung, 
tnebr Kör- 
perübungen 
Im freien ! 
Dies gilt 
nicht minder 
auch für das 
weibliche 6e- 
schlecht. Hlle 
frauen und 
flQädcben, die 
noch keinen 

Kunstläuferin Sräulein 3enny Rerz. Körpersport 





Rast. 



betreiben, möchten wir besonders auch daran erinnern, 
daß sie nichts so redend kleidet wie Gesundheit und 
blühendes Hussehen und jene entzückende Graste, die 
wir an der von jugendauf sportgewohnten Hmerikanerin 
so sehr bewundern. 

Cdas nun den Cüert des Gislaufsportes als Körper- 
sport anbelangt, so nimmt derselbe im (Jdinter, wenn 
auch nicht überall, so doch in (Jdien und in den meisten 
anderen unserer großen Städte un- 
streitig die erste Stelle ein; denn 
er ist der einzige (Wintersport, 
welcher in der Grofjstadt im freien 
ausgeübt werden kann und der es 
jedermann ermöglicht, seine freie 
Zeit, und sei diese auch nur kur^ 
bemessen, einer gesunden und an- 
regenden Körperübung in freier 
£uft \u widmen. 

Der Sportplatz d<ts Cottage- 
Gislauf-Vereines hat noch den Vor- 
teil, dafi er sich dank seiner 

1 -ix • -f 11 -r> : fierr Grnest Rerz, TTJeistcr von 

verhältnismäßig hohen Cage tm eiropa im Kunstlaufen für 190$. 





Ucrcinsbaus vom großen Platz. 




Kunstläuferin 
Fräulein Jenny F)erz. 



(Jdäbringer Cottage am Fjange der 
üürkenscban^e einer ungleich besseren 
und reineren £uft erfreut als die 
tiefer gelegenen Stadtteile. 

ödäbrend des (SCünters stehen 
daselbst ^wei Gislaufplät^e im 6e- 
samtausmafje von 3200 m 2 im Be- 
triebe, auf welchen in der kommenden 
Saison wie im Vorjahre juerstSpritj- 
eis, bei eintritt stärkeren frostes 
aber Kristall- örundeis erzeugt werden 
wird. Diese Gisgattung hat sich 
auch in der letzten Saison sehr gut 
bewährt und wesentlich da^u bei- 
getragen, da^ wir die Rekord^iffer 




Großer Cislaulplatz vom Uereinsbause. 



von 104 Scbletftagen erreichten, während der (JCüener 
6islaufverein mit Sprit^eis trotz bester Pflege dzs Gtses 
nur 88 erhielt hat. 

dm jedoch die 
Benetzbarkeit des 

großen plattes 
während des Über- 
ganges von Spritz- 
eis, auf Kristalleis 
nicht 2U beeinträch- 
tigen, wird das Gin- 
lassen des Platzes 
sukzessive derart er- 
folgen, da^ sich der 
Übergang ganz un- 

Der Platzmeister an der Arbeit.]. * merklich Vollziehen 





Rodelbahn am großen €i$laufplatz. 



wird. Die Hn^abl der 
Kon^ertabende wurde 
für die kommende 
Saison von 3 auf 4 
in der Bloche ver- 
mehrt. Gs wird nun- 
mehr jeden Sonn- 
und feiertag, sowie 
jeden Dienstag, Don- 
nerstag und Samstag 
von 5-8 Qbr abends 
eine Militärkapelle 
auf dem 6islaufplat^e 
konvertieren. 

Zur förderung des Kunstlaufens beabsichtigt der 
Verwaltungsausschurj unter Mithilfe der Mitglieder, an 
welche gleichzeitig ein diesbezüglicher Hufruf ergeht, einen 
wertvollen (Wanderpreis \w stiften, welcher eventuell 

schon in der ^weiten I)älfte 
des Monates Jänner 1910 ?um 
ersten Male pr Hustragung 
gelangen soll. Dieses Meeting 
wird unter anderem auch eine 
üan^konkurrenz enthalten. 

Deiters istdieHbbaltung 
eines Jugendkunstlaufens und 
eines großen Kostümfestes 
geplant. 

Zur pflege des Kunst- 
laufens unter der Jugend 
werden wie im Vorjahre 
Übungsstunden unter Hn- 
€i$fioi>. leitung sportkundiger Mit- 




glieder abgebalten werden. Die einfübrung solcher $ur 
förderung des Canons auf dem eise ist geplant. 

Die Preise der Gastkarten baben, wie aus dem 
beiliegenden üarife entnommen werden wolle, eine hieine 

Grböbung erfahren, während 
die fflitgliederbeiträge und alle 
übrigen Preise unverändert ge- 
blieben sind. 

Slir laden nunmehr unsere 
p. U. Mitglieder und 6äste 
^ur Grneuerung ihrer Karten 
ein und richten an dieselben 
die dringende Bitte, an der 
weiteren Verallgemeinerung 
unseres schönen, für den 
Großstädter und besonders 
für die körperliche Gr^ebung 
der Jugend so wichtigen Spor- 
scbiuß, bitte! tes nach Kräften mitzuarbeiten. 

eisheil! 
Der Verwaltungsausscbuß. 




Mitglieder, welche den Jahresbeitrag innerhalb des neonates Dovetnber nicht 
erlegen, werden nach § 7 des Uereinsstatutes als stillschweigend ausgetreten betrachtet. 



Den TTHetern von ßarderobekä'stcben bleiben die in der Saison 190S/1009 
gemieteten Kästchen bis 10. November 1909 reserviert. 



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Druck 


von 


Faul Gerin, 


Wien. 


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